Das UKR damals und heute

Der lange Weg zum Universitätsklinikum

Am 1. Juni 1992 startete die stationäre Patientenversorgung im Klinikum der Universität Regensburg, wie das Haus damals noch hieß. Erste stationäre Patientin war Luise Angermeier. Die Regensburgerin wurde vom damaligen Ärztlichen Direktor, Professor Dr. Kai Taeger, persönlich begrüßt, als sie ihr Stationszimmer für die bevorstehende Augenoperation bezog. Seitdem wurde die stationäre Patientenversorgung räumlich und im medizinischen Leistungsangebot stetig erweitert. Doch von der Idee eines Universitätsklinikums in Regensburg bis zum tatsächlichen Beginn des stationären Betriebs war es ein langer Weg.

 

Die ersten Bauabschnitte & Aufbau der Fakultät für Medizin

Vor der Gründung eines Universitätsklinikums steht der Aufbau einer Universität. Bestrebungen hierfür gab es schon lange, aber erst am 18. Juni 1962 beschloss der Bayerische Landtag die Gründung einer Volluniversität in Regensburg inklusive einer kompletten medizinischen Fakultät. Damit war zwar politisch der Grundstein für ein Universitätsklinikum gelegt, Streitigkeiten bei der Bebauungsfläche, Finanzierungsprobleme des Freistaats und der Rückzug der Finanzierung durch den Bund stellten die Entwicklung des Klinikums jedoch immer wieder in Frage.
Die Fachbereiche der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde machten schließlich 1983 den Anfang. Auf einer Anhöhe am Stadtrand wurden am 21. Dezember die Polikliniken für Zahnerhaltung und Parodontologie, für Zahnärztliche Prothetik, für Kieferorthopädie sowie für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eingeweiht.
Ebenfalls 1983 erfolgte der Beschluss durch die Bundesregierung, dass das UKR in Teilabschnitten doch errichtet werden kann sowie in bestimmten Fachbereichen Kooperationen mit Krankenhäusern der Region geschlossen werden können. Die Freigabe durch den Planungsausschuss des Bundes zum Ausbau eines Vollklinikums folgte 1985. Im gleichen Jahr wurde an der Universität Regensburg mit der Wahl eines Dekans durch den Fachbereichsrat offiziell eine Fakultät für Medizin gegründet. Professor Dr. Gottfried Schmalz, Lehrstuhlinhaber und Direktor für Zahnerhaltung und Parodontologie, wurde erster Dekan und blieb bis September 1987 im Amt.

 

Das Klinikum wächst

Mit einigen Rückschlägen und Unsicherheiten, die vor allem die Finanzierung des Ausbaus betreffen, erfolgte der Ausbau des Klinikums in mehreren Bauabschnitten. Der zweite Bauabschnitt, in dem sich Haupteingang, Foyer sowie die ersten Bauten der zwei Hauptversorgungsspangen befanden, wurde Anfang 1992 fertig gestellt. Am 1. März 1992 wurde darin die ambulante Versorgung und am 1. Juni 1992 schließlich die stationäre Versorgung aufgenommen. Neben den Baumaßnahmen mussten noch bestehende Strukturdefizite, die noch fehlende Einbindung des Klinikums in land- und luftgestützten Rettungsdienst, die Parkplatzproblematik sowie die unzureichende Verkehrsanbindung beseitigt werden. So wurde das Klinikum 1993/94 Notarzt-Standort Regensburg-Süd mit einem Rettungswagen, 1994 Standort für einen Intensivhubschrauber und durch Unterstützung aller staatlicher Stellen erhielten Klinikum und Universität schließlich einen eigenen Autobahnanschluss, um vor allem den Notfalltransport zu erleichtern.

 

Fortschritte in der Lehre

Zum Sommersemester 1996 begannen die ersten 18 Studierenden der Humanmedizin den klinischen Studienabschnitt am UKR – ein wesentlicher Meilenstein in der Geschichte der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg, denn zuvor konnten die Studierenden zwar die vorklinische Ausbildung an der Universität Regensburg absolvieren, mussten zur klinischen Ausbildung aber an andere Universitätsklinika in Bayern wechseln. Um in Regensburg den vollen akademischen Lehrbetrieb im klinischen Studienabschnitt zu ermöglichen, wurden in den Jahren 1995 bis 1998 sukzessive Kooperationspartner für die am Klinikum bisher nicht vertretenen Fachbereiche gefunden.

 

Das Klinikum in neuer Struktur

Aufgrund einer Novellierung des Bayerischen Hochschulgesetzes im November 1999 wurde das Klinikum der Universität Regensburg wirtschaftlich verselbständigt. Wenige Jahre später, zum 23. Mai 2006, wurde durch Inkrafttreten des Bayerischen Universitätsklinikagesetzes (BayUniKlinG) das Klinikum auch rechtlich selbständig. Seither ist es eine Anstalt des öffentlichen Rechts und nennt sich Universitätsklinikum Regensburg.

 

„High-Tech-Offensive“ für das UKR

Das Jahr 2001 bildete den Abschluss der Aufbauarbeit am Universitätsklinikum Regensburg. Es war das erste Jahr mit ganzjährigem Vollbetrieb aller Einrichtungen ohne Umzüge oder Inbetriebnahmen. Um Forschung und Technologie im Freistaat die Chance zu geben, mit mehr internationaler Sichtbarkeit zu arbeiten und in der Folge Spitzenplätze in Deutschland und Europa zu erobern, startete die Bayerische Staatsregierung im Jahr 2000 die sogenannte „High-Tech-Offensive“. Zukunftsorientierte Arbeitsplätze sollten geschaffen und entsprechende Projekte finanziell unterstützt werden. Vor diesem Hintergrund  sollte das UKR weiter ausgebaut werden. Insgesamt 45,8 Millionen Euro flossen in den Neubau zweier Lehr- und Forschungsgebäude.

 

KUNO – eine Klinik auf zwei Beinen

Zum Planungsbeginn war der Bau eines Vollklinikums angestrebt. Aus verschiedenen politischen, vor allem aber finanziellen Gründen konnte dies bislang nicht verwirklicht werden. Für die Lehre wurde daher im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin eine Kooperation mit der Klinik St. Hedwig (Barmherzige Brüder Regensburg) geschlossen. Es bestand dort aber nicht die Möglichkeit, alle pädiatrischen Erkrankungen auf universitärer Ebene zu behandeln. Um dies zu ermöglichen, wurde das Modell der „KUNO-Klinik auf zwei Beinen“ geboren. Dieses sah eine zusätzliche Ausstattung der bestehenden Kinderklinik St. Hedwig sowie einen Neubau am UKR vor. Was fehlte war die Finanzierung. Um das Bauvorhaben schnellstmöglich auf den Weg zu bringen, wurde die „Stiftung Kinder- Universitätsklinik Ostbayern“ (KUNO) gegründet. Mitglieder des UKR und der Klinik St. Hedwig begannen 2004 mit einer großangelegten, ostbayernweiten Spendenaktion, um Geld für die „KUNO-Klinik auf zwei Beinen“ zu sammeln. Dank dem großen Engagement von Privatpersonen und Unternehmen war die Aktion KUNO so erfolgreich, dass die bayerische Staatsregierung die Ko-Finanzierung zusicherte. Am 15. Dezember 2006 erfolgte der Spatenstich für die KUNO-Klinik am UKR, 2010 die Inbetriebnahme.

 

Das UKR heute – Universitäre Spitzenmedizin für Ostbayern

Nach 25 Jahren Aufbau- und Entwicklungsarbeit ist das Universitätsklinikum Regensburg heute der einzige medizinische Höchstversorger in Ostbayern mit einem Einzugsgebiet von mehr als zwei Millionen Menschen. Personell und technisch ist es auf die Diagnostik und Behandlung schwerster Erkrankungen und Verletzungen ausgerichtet und ergänzt
im Zusammenspiel mit den anderen Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten der Region die medizinische Versorgung Ostbayerns optimal. In insgesamt 29 Allgemeinstationen und sieben Intensiveinheiten werden pro Jahr über 34.000 Patienten stationär und über 142.000 Patienten ambulant versorgt. In vielen Bereichen entwickelte das UKR ein einzigartiges medizinisches Leistungsspektrum, weshalb zahlreiche Patienten aus ganz Deutschland wie auch aus anderen Ländern die Regensburger
Expertise gezielt aufsuchen.

 

Mehr Informationen gibt es in unserer Jubiläumsbroschüre.

 

Meilensteine der 25-jährigen Bau- und Entwicklungsgeschichte des UKR